
Naming Architecture
Namenssysteme, Naming Frameworks und Benennungslogiken für Unternehmen, die mehr brauchen als einen einzelnen Namen.

Wenn das Problem kein Name ist, sondern das Fehlen eines Systems.
Viele Unternehmen haben kein Naming-Problem. Sie haben Dutzende. Produktbezeichnungen, die über Ingenieursgenerationen gewachsen sind.
Das kennen wir alle … Akronyme, die intern jeder kennt und extern niemand versteht. Markennamen, die sich überschneiden, Plattformkompetenzen, die unsichtbar bleiben, und einen Vertrieb, der längst seine eigene Sprache spricht.
Naming Architecture löst nicht ein einzelnes Naming-Projekt. Naming Architecture schafft das System, in dem jeder Name seinen Platz hat: heute und für jedes Produkt, jede Technologie, jeden Service, der in Zukunft hinzukommt. Damit dieses System im Alltag nicht erodiert, gehört Naming Governance dazu: Prozesse, Rollen und Werkzeuge, die sicherstellen, dass die Struktur gelebt wird.
Bei INCREON Naming ist beides keine Theorie. Es sind Disziplinen, die wir für internationale Industrie- und Technologieunternehmen entwickeln – mit Naming Frameworks, Bewertungslogiken und Strukturen, die im Unternehmen verankert werden.
Was Naming Architecture von Namensfindung unterscheidet.
Namensfindung beantwortet die Frage: Wie soll dieses eine Produkt heißen? Naming Architecture beantwortet eine andere: Nach welcher Logik benennen wir alles, was wir schon haben und was noch kommt?
Der Unterschied ist fundamental. Ein einzelner Name kann kreativ brillant sein und trotzdem das Portfolio unübersichtlicher machen, weil er keiner Systematik folgt.
Naming Architecture stellt die Systematik vor die Kreation. Sie definiert Kategorien, Hierarchien und Benennungsregeln, die für das gesamte Portfolio gelten. Erst innerhalb dieses Rahmens entsteht der einzelne Name.
Das Spektrum zwischen Branded House und House of Brands
Jede Namensarchitektur bewegt sich zwischen zwei Polen: dem Branded House, in dem eine Dachmarke alles trägt, und dem House of Brands, in dem jedes Produkt als eigenständige Marke auftritt. Die meisten Industrieunternehmen befinden sich irgendwo dazwischen – mit historisch gewachsenen Mischformen, die weder geplant noch konsistent sind.
Naming Architecture macht diese Struktur sichtbar, bewertet sie und entwickelt ein Zielbild, das zum Geschäftsmodell passt.
Wie Naming Architecture bei INCREON entsteht.
Bestandsaufnahme – verstehen, was gewachsen ist
Am Anfang steht keine Kreation, sondern Analyse. Wir erfassen das bestehende Namensportfolio, seine Entstehungsgeschichte, seine Inkonsistenzen. Wer hat wann warum so benannt? Welche Namen tragen Marktanteile, welche sind interne Relikte? Welche Bezeichnungen nutzt der Vertrieb, welche stehen in Datenblättern, welche auf Messen?
Diese Bestandsaufnahme ist oft aufwändiger als die spätere Kreation. Und wichtiger. Denn wer das Bestehende nicht versteht, baut das Neue auf Sand.
Strukturmodell – den Rahmen definieren
Aus der Analyse leiten wir strategische Optionen ab: Wie viele Namensebenen braucht das Portfolio? Welche Kategorien bilden die erste Gliederung? Wo braucht es eigene Markennamen, wo reichen systematische Bezeichnungen?
Das Ergebnis ist ein Strukturmodell: ein Framework mit Ebenen, Regeln und Bewertungsdimensionen, das die Grundlage für alle nachfolgenden Benennungsentscheidungen bildet.


Kreation und Validierung – das System mit Leben füllen
Erst wenn die Struktur steht, beginnt die Namenskreation; jetzt aber nicht für einen einzelnen Namen, sondern für ein ganzes System. Erste Pilotbenennungen werden entwickelt, getestet, validiert: Funktioniert die Logik? Ist sie erweiterbar? Versteht sie der Vertrieb? Funktioniert sie international?
In dieser Phase zeigt sich, ob das Framework trägt oder angepasst werden muss.
„Das teuerste Naming-Problem ist nicht der falsche Name. Es ist das Fehlen einer Logik, die verhindert, dass jedes Jahr neue falsche Namen entstehen.“
Drei Projektmuster aus unserer Praxis.
Der Konzern mit dem gewachsenen Technologie-Portfolio
Mehrere hundert Technologienamen, Plattformbezeichnungen und Servicemarken. Benannt von verschiedenen Teams, in verschiedenen Jahrzehnten, nach verschiedenen Logiken. Keine konsistente Bewertung, keine interkulturelle Validierung.
INCREON entwickelte ein Naming Framework mit Kategorien, Bewertungsdimensionen und Entscheidungslogiken; validiert für westliche und asiatische Märkte.
Der Industriekonzern mit sechs Business Units
Sechs Geschäftsbereiche, jeder mit eigener Namenshistorie, keiner mit sichtbarer Zugehörigkeit zur Konzernmarke. Plattformkompetenzen, die quer über die Units lagen, wurden nicht als solche erkannt.
INCREON analysierte die Markenarchitektur, entwickelte ein dreistufiges Namensmodell und definierte ein Framework, das Portfolio-Zugehörigkeit sichtbar machte, ohne die Eigenständigkeit der Bereiche zu opfern.
Das Technologieunternehmen mit dem Software-Portfolio
Ein gewachsenes Software-Portfolio mit austauschbaren Akronymen, das weder intern noch extern Orientierung bot. Wettbewerbsanalyse über zwölf Anbieter, drei alternative Strukturmodelle, finale Portfolio-Gliederung nach Kategorien, Produkten, Modulen und Lösungen.
Das Ergebnis: ein Namenssystem, das sich mit jedem neuen Release selbst erklärt.